Manfred Lieb †

Im Alter von 82 Jahren ist Prof. Dr. Manfred Lieb, Emeritus der Universität zu Köln, verstorben. Nach Jahren in der Justizpraxis habilitierte er sich 1970 an der Universität Tübingen (bei Prof. Dr. Zöllner) und wurde danach auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeits- und Handelsrecht in Köln berufen. Er war Mitherausgeber der AcP von 1974-2001 und in den achtziger Jahren nebenamtlicher Richter am OLG. Mit tiefschürfenden Beiträgen zum Privatrecht,  zum Arbeits- und zum Handels- und Gesellschaftsrecht hat er sich einen Namen gemacht.

Festschrift für Theodor Baums zum 70. Geburtstag

Eine in Qualität und Quantität große Festschrift ist vor zwei Tagen dem Jubilar überreicht worden. Theodor Baums kann sich an 87 Beiträgen seiner Freunde und Kollegen zum deutschen, europäischen und internationalen Wirtschaftsrecht erfreuen. Mit ihm bereichert sind alle im Unternehmensrecht Tätigen, die in den zwei Bänden gewiss weiterführende Überlegungen für ihre Forschung und Praxis finden werden.

 

RiBGH a.D. Prof. Dr. Lutz Strohn im Ruhestand

Mit Beginn des Februar 2017 ist der stellvertretende Vorsitzende des II. Zivilsenats des BGH nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Lutz Strohn gehörte dem BGH seit dem Jahr 2003 an. Zuvor war er – nach Lehrstuhlmitarbeit und Promotion (1977) bei Herbert Wiedemann in Köln – am LG Wuppertal bzw. OLG Düsseldorf tätig. Vor  25 Jahren unterstützte er die gerade gegründete Juristische Fakultät in Düsseldorf mit Begleitveranstaltungen für Studienanfänger – und dann wieder als Lehrbeauftragter seit 2007 mit dem Gegenstand: Höchstrichterliche Rechtsprechung zum Gesellschaftsrecht. Im Jahr 2013 verlieh ihm die Heinrich-Heine-Universität die Würde eines Honorarprofessors. In den vergangenen Jahren fanden von Prof. Dr. Strohn betreute Exkursionen und Seminare beim BGH statt, die den Teilnehmern (aus Düsseldorf, Hamburg, Bonn) einen guten Einblick in der Arbeitsweise des Senats vermittelten; s. diesen Bericht über die Januar-Exkursion.

Festschrift für Johannes Köndgen

Eine Fundgrube kapitalmarktrechtlicher, finanz- und bankrechtlicher, insolvenz- und auch gesellschaftsrechtlicher Beiträge bietet die jüngst erschienene Festschrift zum 70. Geburtstag von Johannes Köndgen. Aus dem Geleitwort: „Das wissenschaftliche Werk Johannes Köndgens ist thematisch breit gestreut: Grundlegende Studien sind dem Haftpflichtrecht – dem Recht der Gefährdungshaftung und dem Umweltdeliktsrecht –, und dem allgemeinen Vertragsrecht und für beide Bereiche auch dem Recht der Sanktionen gewidmet. Die Diskussion um die „dritte Spur“ zwischen Vertrag und Delikt verdankt ihm ganz wesentliche Einsichten und Anregungen. Zu einem Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist in den letzten zwanzig Jahren das Bankvertragsrecht, das Recht des Zahlungsverkehrs, das Kapitalmarktrecht, das (Bank-)Insolvenzrecht und vor allem das Investmentrecht geworden, dessen Entwicklung er auch durch mehrere Kommentierungen kritisch begleitet hat. … Johannes Köndgen gehört zu den Wenigen, die von Anfang an law & economics nicht nur für die Rechtswissenschaft fruchtbar gemacht, sondern auch mit sicherer Hand – verbunden mit soziologischen und rechtsvergleichenden Perspektiven – an konkreten Problemlagen erprobt haben.“

Festschrift für Hans-Jürgen Ahrens

Rechtsdurchsetzung – Rechtsverwirklichung durch materielles Recht und Verfahrensrecht: so lauten Titel und Untertitel der Festschrift, die der Osnabrücker Emeritus Hans-Jürgen Ahrens zum 70. Geburtstag erhielt. Das Unternehmensrecht im weiteren Sinne erfasst das Wettbewerbsrecht und das Recht des geistigen Eigentums, die Schwerpunkte dieser Festschrift bilden (Inhaltsverzeichnis). Aus dem Gesellschaftsrecht ist der Beitrag von Lars Leuschner zu erwähnen: Der Dispens vom Schädigungsverbot bei der GmbH. Er geht darin u.a. der Frage nach, welche Auswirkung ein entsprechender Dispens hat, wenn die betroffene Maßnahme gleichzeitig gegen § 30 GmbHG oder das Existenzvernichtungsverbot verstößt. Die gängige Sichtweise, dass in diesen Fällen der Dispens nichtig und damit gänzlich wirkungslos ist, erscheint ihm weder mit § 43 Abs. 3 GmbHG vereinbar noch interessengerecht.

Festschrift für Siegfried Elsing zum 65. Geburtstag

Dem international tätigen Düsseldorfer Wirtschaftsjuristen Prof. Dr. Siegfried Elsing ist eine große Festschrift gewidmet (hrsg. von Ebke/Olzen/Sandrock). Sie enthält – den Arbeitsgebieten des Jubilars entsprechend – ca. 70 Beiträge zum Unternehmensrecht, zum Schiedsverfahrens- und Mediationsrecht, zum internationalen Privat- und Wirtschaftsrecht sowie zur Rechtsvergleichung.

„Siegfried Elsing ist ein international tätiger Wirtschaftsanwalt – das macht ihn verdächtig. Den einen oder mehrere der folgenden Verdachtsgründe dürfte er im Laufe seiner jahrzehntelangen seriösen Berufsausübung auf sich gezogen haben: räumliche Entfernung zum Mandanten, Änderungen von Anweisungen in letzter Minute, Einschaltung mehrerer Staaten, Auftreten von Mittelspersonen gegenüber dem Anwalt ohne erkennbarem Anlass und (man staune) die Verwendung komplexer rechtlicher Konstruktionen. Die vorgenannten Kriterien gelten der Financial Action Task Force On Money Laundering (FATF) als „red flag indicators“ für die Verstrickung in Geldwäschetransaktionen. … “ (Beurskens/Noack, FS Elsing, 2015, S. 745 ff über Gesellschaftsrecht und Geldwäsche)

Festschrift für Peter-Christian Müller-Graff zum 70. Geburtstag

Eine nach Inhalt und Umfang wirklich große Festschrift ist zu notieren: „Privatrecht, Wirtschaftsrecht, Verfassungsrecht – Privatinitiative und Gemeinwohlhorizonte in der europäischen Integration“, hrsg. von C.Stumpf, Kainer und Baldus. Geehrt wird Peter-Christian Müller-Graff, Professor für Bürgerliches Recht, Handelsrecht und Wirtschaftsrecht, Europarecht und Rechtsvergleichung in Heidelberg. Neben vielen sehr interessanten Beiträgen aus dem weiten Feld des (europäischen) Wirtschafts(verfassungs)rechts ist auch das Gesellschaftsrecht in der FS gut vertreten, zum Beispiel:

  • Carsten Schäfer: Gesellschafterrechte in der „strategischen Insolvenz“
  • Peter Hommelhoff: Mehr Europa für die Europäische Aktiengesellschaft?
  • Christoph Teichmann: Die europäische Verhandlungslösung als Impuls für das deutsche Mitbestimmungsrecht

Festschrift für Wilhelm Haarmann zum 65. Geburtstag

Zum 65. Geburtstag des Frankfurter Anwalts, eines „Dreibändermannes“, erschien vor kurzem eine Festschrift. Sie enthält überwiegend steuerrechtliche Beiträge, aber auch zum Gesellschaftsrecht und zu M&A-Fragen. Zwei Aufsätze befassen sich mit der Vorstandshaftung (K.Schmidt, Wilsing), ferner zur grenzüberschreitenden Mobilität von Kapitalgesellschaften (Marsch-Barner), zur Einziehung von Geschäftsanteilen bei der GmbH (Pentz/Maul) und zum Schadensersatz in Post-M&A-Streitigkeiten (Elsing) und manches mehr. Hier das Inhaltsverzeichnis.