Haben Porsche und das Land Niedersachsen kein Stimmrecht bei der VW AG?

Der britische Fonds Hermes will vermutete Absprachen zwischen den Großaktionären der VW AG geprüft wissen (so berichtet die Financial Times über einen ihr vorliegenden Brief an VW): „Hermes is concerned the agreement could be a „concert party“. If evidence of an agreement emerges, „the consequences for the shareholders … could be rather dramatic, including a loss of voting and dividend rights or the requirement to launch a takeover bid“, the letter says.“

Kodexgemäße Amtsniederlegung im Aufsichtsrat der Schering AG

Die Amtsniederlegung eines Mitglieds des Aufsichtsrats ist aktiengesetzlich nicht geregelt. Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt: „Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen.“ (Nr. 5.5.3. Satz 2).

Vorstand und Aufsichtsrat der Schering AG haben 2005 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen: „Die Schering AG entspricht sämtlichen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 2. Juni 2005.“

Merck vs. Schering: Bewährungsprobe für das WpÜG

Heute morgen vor Börseneröffnung nun auch die Ad-hoc-Meldung der Merck KGaA (s. vorstehenden Eintrag). Bieter (§ 2 Abs. 4 WpÜG) ist die Merck Vierte Beteiligungsgesellschaft mbH, Darmstadt (eine 100%ige Tochtergesellschaft).  

Die Merck KGaA (gemeinsam handelnde Person iSv § 2 Abs. 5 WpÜG) bringt auf ihrer Internetseite eine ausführliche und transparente Zusammenstellung der bisherigen Dokumente, ua auch eine Webcast Pressekonferenz, die zurzeit läuft (direkter Link nicht möglich, man muss sich erst durch allerlei Belehrungen klicken).

Auch die Schering AG hat eine ausgezeichnete Investor-Relation-Seite im Internet, auch zur Aktionärsstruktur, die ja für das Übernahmeangebot von hohem Interesse ist.

Feindliche Übernahme am Sonntagabend

Heute zwischen 16 und 17 Uhr meldet die Schering AG in einer ad hoc-Mitteilung:
„Die Schering AG wurde am Wochenende von Repräsentanten der Merck KGaA über die Absicht unterrichtet, ein Bar-Angebot für Schering in Höhe von 77 Euro je Aktie abzugeben. Nachdem die Information öffentlich geworden ist, betont der Vorstand von Schering seine Überzeugung, dass dieses Angebot die Gesellschaft und ihre Zukunftsaussichten als unabhängiger Pharmaspezialist erheblich unterbewertet. Schering bestätigt, dass dieses Angebot unaufgefordert abgegeben wurde und Schering nicht in Verhandlungen mit der Merck KGaA steht.“