Ulrich Seibert: 60!

Pro­fes­sor Dr. Ulrich Sei­bert voll­endet heute sein 60. Lebens­jahr. Der Satz ist bewusst im Aktiv geschrie­ben, denn genau das zeich­net den Jubi­lar aus. Gut ein Drit­tel der Lebens­jahre hat er beruf­lich dem Gesell­schafts­recht gewid­met — und zwar dem Legal Design, wie er es zuwei­len nennt. Der Jubi­lar ist als Minis­te­ri­al­rat im Bun­des­mi­nis­te­rium der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz tätig und dort Refe­rats­lei­ter für Gesell­schafts­recht, Cor­po­rate Gover­nance. Seit dem Jahr 2001 ist er Hono­rar­pro­fes­sor an der Juris­ti­schen Fakul­tät der Hein­rich-Heine-Uni­ver­si­tät in Düs­sel­dorf. Die Reform­ge­setze zum Akti­en­recht – vom Gesetz über die kleine Akti­en­ge­sell­schaft (1994) bis zum ARUG (2009) – sowie zur GmbH das MoMiG (2008) sind von ihm betreut wor­den. Betreu­ung ist ein schil­lern­der Begriff, hier in den Aus­prä­gun­gen: anre­gen, kon­zi­pie­ren, beglei­ten, durch­set­zen. Selbst­ver­ständ­lich hat die Poli­tik das Pri­mat und das Par­la­ment beschließt die Gesetze. Aber ohne den sowohl kun­di­gen als auch gewand­ten Gesetz­ge­bungs­re­fe­ren­ten wäre das Gesell­schafts­recht im Spiel der Kräfte weni­ger am Ball. Über seine Denk- und Arbeits­weise hat Ulrich Sei­bert in der FS Wie­de­mann (2002, S. 123) Lesens­wer­tes geschrie­ben; gerne publi­ziert er über Hin­ter­gründe und Mecha­nis­men legis­la­to­ri­scher Akti­vi­tä­ten im Unter­neh­mens­recht (zuletzt etwa zum Schwarze-Peter-Spiel um das VW-Gesetz”, AG 2013, 904). Bemer­kens­wert, wie er den Spa­gat schafft, als hoher Beam­ter loyal den ver­schie­de­nen Regie­run­gen bzw. Minister(innen) zu die­nen (ja: die­nen), jedoch über die bei­den Jahr­zehnte eine eigene Hand­schrift zu wah­ren und ihr in fast 200 Ver­öf­fent­li­chun­gen Aus­druck zu geben. Der selbst­be­wusst-läs­sig Auf­tre­tende ist ein gern gese­he­ner Refe­rent, der wohl­do­siert sein Publi­kum mit Hap­pen aus der Geset­zes­kü­che füt­tert.

Ulrich Sei­bert steht mit­ten im Leben und er liebt das Leben. Ber­lin ist für ihn, zurück­hal­tend aus­ge­drückt, weit mehr als die Amts­stube an der Moh­ren­straße. Und selbst die­ses pul­sie­rende Ber­lin ist dem welt­läu­fi­gen und viel­spra­chi­gen Bon­vi­vant nicht genug. Moderne Kunst, ins­be­son­dere Male­rei, der Film (nicht nur im Kon­sum), Lite­ra­tur zum Nach­den­ken, das gute Gespräch („mit Haupt- und Neben­satz”), über­haupt: La Grande Bel­lezza – das ist seine andere Welt.

S. auch hier: Insti­tut für Unter­neh­mens­recht (Düs­sel­dorf) und Wiki­pe­dia.

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