Letzte Ausgabe von Status:Recht

Heute erscheint (online) die letzte Edi­tion von Status:Recht (S:R). Das Jour­nal wird ein­ge­stellt. Es begann vor 3 Jah­ren als Bei­lage zu Der Betrieb”. In knap­pen Bei­trä­gen wurde über aktu­elle unternehmens(steuer)rechtliche, ins­be­son­dere auch recht­po­li­ti­sche, Ent­wick­lun­gen in Deutsch­land und Europa berich­tet. Ein gro­ßer Kreis von Auto­ren aus (teil­weise anfäng­lich skep­ti­scher) Wis­sen­schaft und Pra­xis (Unter­neh­men, Ver­bände, Minis­te­rien, Kanz­leien) konnte in die­ser Zeit gewon­nen wer­den. S:R sah sich zwi­schen der her­kömm­li­chen Fach­zeit­schrift und dem geho­be­nen Jour­na­lis­mus einer guten Tages-/Wo­chen­zei­tung. Ein Rechts­ma­ga­zin die­ses Zuschnitts hat sich zunächst ein­mal in der Pra­xis nicht durch­set­zen kön­nen.

Allgemeines

Haftungsmilderung für ehrenamtliche GmbH-Geschäftsführer?

Seit dem 3. 10. 2009 gibt es einen neuen § 31a BGB: Ein Vor­stand, der unent­gelt­lich tätig ist oder für seine Tätig­keit eine Ver­gü­tung erhält, die 500 Euro jähr­lich nicht über­steigt, haf­tet dem Ver­ein für einen in Wahr­neh­mung sei­ner Vor­stands­pflich­ten ver­ur­sach­ten Scha­den nur bei Vor­lie­gen von Vor­satz oder gro­ber Fahr­läs­sig­keit. Satz 1 gilt auch für die Haf­tung gegen­über den Mit­glie­dern des Ver­eins.” Gilt diese Norm (als Teil des all­ge­mei­nen Kor­po­ra­ti­ons­rechts) auch für die GmbH und die Akti­en­ge­sell­schaft? Es gibt eine Viel­zahl von gemein­nüt­zi­gen GmbH, bei denen teil­weise ehren­amt­li­che Geschäfts­füh­rer tätig sind. Haf­ten (§ 43 GmbHG) diese Per­so­nen künf­tig nur nach Maß­gabe des § 31a BGB, also bei leich­ter Fahr­läs­sig­keit gar nicht? Dazu Die­ter Reu­ter (NZG 2009, 1368, 1369 f): Auf die Gemein­nüt­zig­keit des Ver­eins kommt es, wie die Ent­wurfs­be­grün­dung des Bun­des­ra­tes aus­drück­lich klar­stellt, nicht an. § 31a BGB gilt für jeden Ver­ein, gleich­gül­tig, wel­chen Zweck er ver­folgt. Dem­entspre­chend bleibt auch kein Raum für eine teleo­lo­gi­sche Reduk­tion im Fall kon­zes­sio­nier­ter wirt­schaft­li­cher Ver­eine … . Umge­kehrt ver­sperrt die Uner­heb­lich­keit des Zwecks die Mög­lich­keit, § 31a BGB z.B. ana­log auf gemein­nüt­zige GmbHs anzu­wen­den, in denen ehren­amt­li­che Vor­stände” (Geschäfts­füh­rer) — anders als in man­chen Ver­ei­nen — tat­säch­lich unschätz­bar wich­tige Arbeit für Sport, Kul­tur und Sozia­les” leis­ten.” Doch was ist damit gemeint: Uner­heb­lich­keit des Zwecks? Die Frage der ent­spre­chen­den Anwen­dung steht noch unge­klärt im Raum.

GmbH Verein

Festschrift für Uwe Hüffer zum 70. Geburtstag

Am vori­gen Sonn­tag in Mann­heim dem (so hieß es dort) Papst des Akti­en­rechts” über­reicht: die Fest­schrift für Uwe Hüffer, her­aus­ge­ge­ben von Prof. Dr. Peter Kind­ler, Prof. Dr. Jens Koch, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Ulmer und Dr. Mar­tin Win­ter†, Rechts­an­walt. Eine Pflicht­lek­türe zum moder­nen (Kapital-)Gesellschaftsrecht, mehr ist dazu hier nicht zu sagen.

Allgemeines

Festschrift für Volker Beuthien zum 75. Geburtstag

Vor eini­gen Wochen erschien diese Fest­schrift mit Bei­trä­gen auch zum Gesell­schafts­recht. Eine beson­dere Abtei­lung bil­det das vom Jubi­lar gepflegte Genos­sen­schafts­recht.

Gesell­schafts­recht

  • Rein­hard Frhr. von Dal­wigk, Der Kampf gegen »räu­be­ri­sche« Aktio­näre – eine Zwi­schen­bi­lanz
  • Andreas Gätsch, Die Neu­re­ge­lun­gen des Rechts der Namens­ak­tie durch das Risi­ko­be­gren­zungs­ge­setz
  • Bern­hard Großfeld/​Andreas Franz­mann, »Da mihi facta«: Unter­neh­mens­be­wer­tung
  • Wal­ter Had­ding, Zur »Begriffs­ver­wir­rung« und »Sys­tem­ver­ges­sen­heit« im deut­schen Gesell­schafts­recht
  • Klaus J. Müller/​Magnus Dor­wei­ler, Unter­jäh­rige Been­di­gung des Beherr­schungs- und Gewinn­ab­füh­rungs­ver­tra­ges beim Unter­neh­mens­ver­kauf
  • Hans-Jür­gen Schaf­f­land, Recht­li­che Alter­na­ti­ven für Unter­neh­mens­grün­dun­gen
  • Kars­ten Schmidt, Grund­la­ge­nun­ge­wiss­heit der Gesetz­ge­bung oder der Rechts­fort­bil­dung im Gesell­schafts­recht? – Rechts­fä­hig­keit und Rechts­per­sön­lich­keit als Bei­spiele
  • Anton S. Schmölz, Zum Schick­sal des Ver­mö­gens der Per­so­nen­ge­sell­schaft beim Aus­schei­den des vor­letz­ten Gesell­schaf­ters
  • Mar­tin Schöpf­lin, Die Durch­griffs­haf­tung im deut­schen und eng­li­schen Recht
  • Dirk Was­mann, Die Bedeu­tung des Bör­sen­kur­ses bei der Ermitt­lung gesetz­lich geschul­de­ter Kom­pen­sa­tio­nen im Rah­men von Umstruk­tu­rie­run­gen

Genos­sen­schafts­recht und Genos­sen­schafts­we­sen

  • Ste­fan Dierkes/​Stephanie Han­rath, Wert­ori­en­tie­rung bei Genos­sen­schaf­ten
  • Ulrich Fehl, Geis­tes- und real­ge­schicht­li­che Grund­la­gen der moder­nen Genos­sen­schaft
  • Peter Han­ker, Recht – Red­lich­keit – Ver­ant­wor­tung
  • Wolf­gang Kes­sel, Treue­pflich­ten der Ban­ken und Rechte des BVR im Prä­ven­ti­ons­sys­tem der Siche­rungs­ein­rich­tung des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Volks­ban­ken und Raiff­ei­sen­ban­ken (BVR)
  • Michael Kirk, Renais­sance von (genos­sen­schaft­li­cher) Koope­ra­tion im länd­li­chen Raum in Ent­wick­lungs­län­dern? – Ant­wor­ten der expe­ri­men­tel­len Öko­no­mik unter Struk­tur- und Kli­ma­wan­del
  • Hans-H. Mün­k­ner, Inter­na­tio­na­les Genos­sen­schafts­recht
  • Heinz-Otto Weber, Kunde, Pro­dukt oder Mit­glied – was hat Vor­rang im Geschäfts­mo­dell des genos­sen­schaft­li­chen Finanz-Ver­bun­des?
  • Wal­ter Wein­kauf, Genos­sen­schaft­li­che Theo­rie und Pra­xis: Per­spek­ti­ven für eine frucht­bare Dia­lek­tik
Allgemein

FAQ ohne Belang für die HV

Publi­zierte Frage- und Ant­wort­ka­ta­loge sol­len die zügi­gere Durch­füh­rung der Haupt­ver­samm­lung ermög­li­chen. § 131 Abs. 3 S. 1 Nr. 7 AktG gibt ein Recht auf Ver­wei­ge­rung der Aus­kunft, wenn diese auf der Inter­net­seite der Gesell­schaft über min­des­tens sie­ben Tage vor Beginn und in der Haupt­ver­samm­lung durch­gän­gig zugäng­lich ist”. Aber die Pra­xis macht davon so gut wie kei­nen Gebrauch. Zwar hat jetzt die Volks­wa­gen AG anläss­lich ihrer heu­ti­gen außer­or­dent­li­chen HV (Live-Über­tra­gung) einen umfäng­li­chen Kata­log auf ihrer Inter­net­seite ver­öf­fent­licht, aber erst vor­ges­tern. Mit Hin­weis auf die­sen erst seit zwei Tagen publi­zier­ten Text wird kein Aus­kunfts­er­su­chen in der HV abschlä­gig beschie­den wer­den dür­fen.

Allgemeines

1 Jahr MoMiG

Notar Tho­mas Wach­ter (Mün­chen) gibt im Novem­ber­heft von Status:Recht einen Über­blick zu Fra­gen, die Gerichte und Pra­xis im ers­ten Jahr seit Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des GmbH-Rechts und zur Bekämp­fung von Miss­bräu­chen beson­ders beschäf­tigt haben: Mus­ter­pro­to­koll, Unter­neh­mer­ge­sell­schaft haf­tungs­be­schränkt, Geschäfts­füh­rer und Liqui­da­to­ren, Inlän­di­sche Geschäfts­an­schrift, Hin- und Her­zah­len, Gesell­schafter­liste. Sein Fazit ist posi­tiv: Die Neu­re­ge­lun­gen haben die Trans­pa­renz und Rechts­si­cher­heit im Rechts­ver­kehr wesent­lich ver­bes­sert und die Rechts­form der GmbH ins­ge­samt gestärkt. Die moder­ni­sierte GmbH braucht den Wett­be­werb mit aus­län­di­schen Rechts­for­men daher ebenso wenig zu scheuen wie mit einer etwai­gen künf­ti­gen Euro­päi­schen Pri­vat­ge­sell­schaft.”

GmbH