Aktionärsrechte-Richtlinie 2.0 unterm Weihnachtsbaum

Die Reform der Aktio­närs­rechte-Richt­li­nie (2007/36/EG) kommt! Der Tri­log erzielte im Advent einen Durch­bruch: Der EU-Aus­schuss der Stän­di­gen Ver­tre­ter (AStV), der slo­wa­ki­sche EU‑Vorsitz und Ver­tre­ter des Euro­päi­schen Par­la­ments haben sich geei­nigt (Pres­se­mit­tei­lung v. 16.12.2016). Damit ist der Weg frei für eine end­gül­tige Annahme durch den Rat und das Euro­päi­sche Par­la­ment im kom­men­den Jahr. Dann haben die Mit­glied­staa­ten zwei Jahre Zeit für die Umset­zung.

Eine erste Durch­sicht des Kom­pro­miss­tex­tes ergibt: Die Haupt­ver­samm­lung der bör­sen­no­tier­ten Gesell­schaft hat stets über die Vor­stands­ver­gü­tung abzu­stim­men (Art. 9a Abs. 1: Mem­ber Sta­tes shall ensure that … share­hol­ders have the right to vote on the remu­ne­ra­tion policy at the gene­ral mee­ting.“ Anders bis­lang § 118 Abs. 4 AktG (die HV kann“ beschlie­ßen). Der Mit­glied­staat hat eine Option, die­sen Beschluss nicht als bin­dend vor­zu­se­hen (Art. 9a Abs. 1b: Howe­ver Mem­ber Sta­tes may pro­vide that the vote at the gene­ral mee­ting on the remu­ne­ra­tion policy is advi­sory.“). So auch § 118 Abs. 4 S. 2 AktG (Beschluss begrün­det weder Rechte noch Pflich­ten).

Kom­plexe Neue­run­gen gibt es bei den Geschäf­ten mit Groß­ak­tio­nä­ren („rela­ted party tran­sac­tions“). Hier sind zunächst die wesent­li­chen Vor­gänge („mate­rial tran­sac­tions“) zu bestim­men (Art. 9c Abs. -1). Dar­über hat ent­we­der die Haupt­ver­samm­lung oder der Auf­sichts­rat zu befin­den („Mem­ber Sta­tes shall ensure that mate­rial tran­sac­tions with rela­ted par­ties are appro­ved by the gene­ral mee­ting or by the admi­nis­tra­tive or super­vi­sory body of the com­pany”). Der Mit­glied­staat kann davon dis­pen­sie­ren, was vor allem bei ver­bun­de­nen Unter­neh­men bedeut­sam ist: Mem­ber Sta­tes may exclude or may allow com­pa­nies to exclude from the requi­re­ments … tran­sac­tions ent­e­red into bet­ween the com­pany and its sub­si­dia­ries pro­vi­ded that they are wholly owned or that no other rela­ted party of the com­pany has an inte­rest in the sub­si­di­ary under­ta­king or that natio­nal law pro­vi­des for ade­quate pro­tec­tion of inte­rests of the com­pany, of the sub­si­di­ary and of their share­hol­ders who are not rela­ted party, inclu­ding mino­rity share­hol­ders in such tran­sac­tions …”

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