Das offizielle Aktionärsforum – nichts los

Das Aktio­närs­fo­rum im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger scheint nicht in die Gänge zu kom­men. Hätte die Aktio­närs­ver­ei­ni­gung DSW ihre all­ge­mei­nen Auf­for­de­run­gen nicht bei so vie­len Gesell­schaf­ten plat­ziert, würde ein­ein­halb Jahre nach Ein­füh­rung des § 127a AktG kaum ein Ein­trag zu ver­zeich­nen sein.

  • Bei Thys­sen­Krupp (HV Januar 2007) wurde hart um die Ent­sen­de­rechte der Krupp-Stif­tung gestrit­ten, woge­gen sich ins­be­son­dere der Ver­ein insti­tu­tio­nel­ler Pri­vat­an­le­ger aus­sprach – aber zu einer Auf­for­de­rung im Aktio­närs­fo­rum kam es nicht.
  • Bei Daim­ler­Chrys­ler (HV April 2007) haben die Aktio­näre Ekke­hard Wen­ger und Leon­hard Knoll eine Erwei­te­rung des Tages­ord­nung gem. § 122 I AktG um 14 Punkte erreicht – aber das Aktio­närs­fo­rum links lie­gen gelas­sen.
  • Bei der Volks­wa­gen AG (HV April 2007) wollte eine Aktio­närs­gruppe Scha­den­er­satz­kla­gen gegen das ehe­ma­lige Vor­stands­mit­glied Peter Hartz beschlie­ßen las­sen (dazu auch hier) – eine Auf­for­de­rung im Aktio­närs­fo­rum sucht man ver­geb­lich.

Diese Bei­spiele aus der aktu­el­len HV-Pra­xis mögen zei­gen, dass das Aktio­närs­fo­rum (noch) nicht ange­kom­men ist. Einer ganz neuen Ein­rich­tung wird man nicht nur 18 Monate zubil­li­gen, son­dern meh­rere Jahre. Den­noch muss man sich Gedan­ken machen, ob das (euphe­mis­tisch so genannte) Aktio­närs­fo­rum rich­tig kon­stru­iert ist.

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